Satter Boogie-Woogie von jungen Talenten

14.3.2007

Uster Jazz-Konzert im Musikcontainer mit zwei ehemaligen Schülern der Musikschule Uster Greifensee

 

Satter Boogie-Woogie von jungen Talenten

 

Das Aperokonzert der Musikschule Uster Greifensee war ein Erfolg. Die zwei Ustermer Chris Conz und Mario Von Holten rissen die Gäste mit.

 

Daniel Alder

 

Der Eintritt am Samstagabend im Musikcontainer in Uster war frei. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit und wollten sehen, was Chris Conz am Piano und Mario Von Holten am Schlagzeug zu bieten haben. Beide Musiker machten ihre Anfänge in der Musikschule Uster Greifensee und hatten somit ein Heimspiel. Fernand Schlumpf aus Uster, Schulleiter der Musikschule, war über den Auftritt der beiden sehr erfreut: «Wenn ich sehe, was aus Chris und Mario geworden ist, bin ich sicher, dass die Musikschule auf dem richtigen Weg ist.» Normalerweise halten Musiklehrer dieses Konzert, doch dank der Zusage der beiden talentierten Jung- Musiker war dies am Samstagabend nicht nötig.

 

Boogie nie nach Noten

 

Boogie-Woogie ist eine Jazzbewegung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika von Schwarzen aus dem Pianoblues entwickelt wurde. Die berühmtesten Vertreter davon sind die drei schwarzen Pianisten Albert Amnions, Pete Johnson und Meade Lux Lewis, welche in den 30er Jahren den Boogie- Woogie in der ganzen Welt berühmt machten. Charakteristisch für diese Stilrichtung ist, dass ohne Noten gespielt wird. So lernte Chris Conz die Stücke in seinem Repertoire nur vom Hören und ohne Noten. Der Boogie-Woogie zeichnet sich zudem dadurch aus, dass die rechte und die linke Hand oft unabhängig von einander spielen: Während die Linke Bassfiguren spielt, kann die Rechte beliebig improvisieren und andere Rhythmen spielen. Der 21-jährige Chris Conz setzt momentan ganz auf Musik und möchte bald mit der Jazzschule beginnen: «Das Leben als Jungmusiker ist ein ständiges Auf und Ab. Zu gewissen Zeiten bekommt man unglaublich viele Angebote, dann folgen wieder Durststrecken.»

 

Spiel mit dem Publikum

 

Conz ist bereit, diesen schwierigen Weg zu gehen. Die Faszination am Boogie- Woogie treibt ihn voran. Einer der Höhepunkte in diesem Jahr ist sein Auftritt am internationalen Boogie Woogie Festival in Lugano. Conz ist beeindruckt vom Tempo und Drive dieser Stilrichtung. Bei allen Konzerten versucht er, etwas von dieser Faszination aufs Publikum überschwappen zu lassen. So schaut Conz lässig zu den Zuschauern, während er temporeiche Figuren spielt, und erntet dafür spontanen Beifall. Dem Publikum scheinen Conz' Showeinlagen zu gefallen, denn der Applaus wird von Stück zu Stück lauter. Während sich Conz bereits für den Boogie-Woogie und den Jazz entschieden hat, hält sich der 24-jährige Mario Von Holten bewusst noch viele Optionen offen. Momentan studiert er an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich und ist dort in der klassischen Abteilung untergekommen. Mit elf Jahren begann Von Holten in der Stadtjugendmusik Uster Schlagzeugunterricht zu nehmen. Bis heute hat er sich zu einem Allround-Schlagzeuger entwickelt und spielt in verschiedenen anderen Bandformationen. Sein minutenlanges Schlagzeug-Solo im letzten Stück gibt einen Beweis davon, wie talentiert er ist. Das Publikum jedenfalls goutierte es mit frenetischem Applaus.

 

Nachhilfe im Klatschen

 

Während Von Holten und Conz ihre Stücke gekonnt herunterspielten, bekamen die Zuschauer vor der Zugabe noch Lehrunterricht vom Musikschulleiter Schlumpf in Sachen Rhythmus: «Es ist schön, dass alle fleissig mitklatschen, doch klatscht man im Jazz leider auf 2 und 4 und nicht auf 1 und 3.» Die Zuschauer lachten und setzten das Neugelernte bei der folgenden Zugabe um.

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